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SCHICKSALSBEGEGNUNGEN Ein flüchtiger Blick, das verbotene Begehren, die Vergänglichkeit körperlicher Nähe. Auf einzigartige Weise schafft es der chinesische Regisseur Wong Kar-Wai die Gemütszustände seiner tragischen Filmfiguren in ein stimmungsvolles Gesamtkunstwerk zu übersetzen. Mit dem Kameramann Peter Doyle erschafft Wong Bilderwelten, die sich in das emotionale Gedächtnis des Zuschauers einbrennen. Erinnert man sich an Wongs eindringliches Werk, In the Mood for Love (2000), dann sind es vor allem die Gefühle der Protagonisten, Sehnsüchte und Enttäuschungen, die als überwältigendes Amalgam aus Farben und Klängen einen bleibenden Eindruck hinterließen. Wenn Benjamin Kanarek in seiner Serie In the Mood diese Momente einer tragischen Liebe im Hongkong der 60er Jahre wiederbelebt, nimmt er sich Wongs Bilder-Kosmos an, ohne zu versuchen ihn abzubilden. Die Serie ist auf einen Dialog mit dem Gedächtnis des Betrachters aus. Wenn es heißt, dass Gerüche Erinnerungen aus längst zurückliegenden Tagen wach rufen können, dann gelingt dies Kanarek mit den sinnlichen Reizen seiner Arbeiten. Brillante Farben, die taktile Beschaffenheit der Oberflächen und dramatische Licht-Schatten-Kontraste lassen die Kompositionen gefühlter Momente aus Wongs Film wieder aufleben. Kanareks Arbeiten finden so ganz eigene Wege ein Stimmungsbild im Betrachter zu erzeugen. Die gefühlten Momente des Stillstands in der Beziehung zweier Menschen übersetzt der Fotograf in den exponierten Gesichtern der abgebildeten Paare. Sie erscheinen kalt, fast maskenhaft, doch ist ihnen die Tragik der Figuren Wongs regelrecht eingeschrieben. Wenn Fotografie immer auch Vergänglichkeit thematisiert, dann ist es die Erinnerung an eine vergebliche Liebe, die Kanarek in diesen Gesichtern konserviert hat. Horst Klöver MEHR IST MEHR! Der Kanadier Benjamin Kanarek ist ein Multitalent. Ob als Modefotograf, Musikvideo-Regisseur oder Creative Director bei der Firma Lancome, immer geht er zielsicher aufs Ganze. Man kann guten Gewissens sagen: Von Icon bis Vogue, von Harper’s bis Elle, Kanarek hat in allen irgendwie relevanten Fashion- und Lifestyle-Magazinen publiziert. Vom Stillleben bis zu den Celebrities spannt sich der Bogen seiner Arbeit über den ebenso persönlichen wie lustvollen Begriff von Schönheit, den er gern mit extravaganten weiblichen Modellen zelebriert. Selbst bezeichnet sich Kanarek gern als Beauty-Fotograf, doch Schönheit ist bei ihm nicht klassische Eleganz, sondern opulente barocke Lebensfreude, ein Schwelgen in der Fülle. Weniger ist mehr? Wirklich? Vor den prallen Fotografien Kanareks kann man darüber nur den Kopf schütteln, denn hier möchte man wirklich auf kein Detail verzichten und kann befriedigt feststellen: Mehr ist mehr! Dr. Boris von Brauchitsch