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FRANK DARIUS

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ÜBER DEN KÜNSTLER

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EINFÜHRUNG

Es sind meist weite Landschaften, Blicke bis zum Horizont, und doch wirken die Fotografien des Berliners Frank Darius (*1963) wie flächige Arrangements, weitgehend schattenlos und auch sonst reduziert auf wenige, kalkuliert gesetzte Linien und Flächen. Die Flucht fast weißer Stämme in einer Baumschule ist deutlich aus der Bildmitte nach links verschoben, um rechts Raum für das Flirren der hintereinander gestaffelten Senkrechten zu geben. Aus hellem Boden wachsend, verlieren sie sich in einem Dach aus sattem Grün über den quer gelagerten Strukturen ferner Landschaft. Ein Bild wie aus den Elementen gewoben. Aber zuletzt bleibt bildbestimmend doch die Farbigkeit, der das Kunststück gelingt, zugleich blass und ungemein intensiv zu sein. Dinge verschwinden, im realen Nebel oder im scheinbar ebenso realen Verblassen der Fotografie, aber meist nur, um mit umso größerem Nachdruck satte Akzente setzen zu können. Von den beiden Figuren, die auf dem Dünenweg zwischen verschossenem Grün entschwinden, wird bald nichts mehr übrig sein als ein schwarzer und ein knallroter Punkt, ihre Turnhosen. Der geschärfte Blick für solche Kompositionen findet sich immer wieder bei Frank Darius, etwa wenn er das leuchtend blaue Meer dazu bringt, die Berührung zwischen Himmel und Erde für einen Augenblick zu gestatten, wenn er vom Wettbewerb zwischen Wald und Plattenbau um die idealen Farben der Saison berichtet oder die floralen Reize eines durchscheinenden Slips beobachtet.In der Gelassenheit, mit der Darius diese Dinge bemerkt, entdeckt, fast möchte man sagen: erfindet, schwingt auch ein feiner, poetischer Humor mit, der einen Sinn für dezente Skurrilitäten offenbart, aber vor allem immer wieder eines sagt: Die Schönheit der Welt liegt im Auge des Betrachters. Dr. Boris von Brauchitsch