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THORSTEN KLAPSCH

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ÜBER DEN KÜNSTLER

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EINFÜHRUNG

Für Thorsten Klapsch ist es eine besondere Herausforderung, fremde Welten zu kreieren, in einer Ecke von Frankfurt am Main Hongkong nachzustellen oder real vorhandene Bauten virtuell durch andere zu ersetzen. Bereits mit zwölf Jahren kaufte er sich seine erste Spiegelreflexkamera und ging den früh eingeschlagenen Weg zielstrebig weiter. Nach einer klassischen Ausbildung zum Fotografen im traditionsreichen Berliner Lette-Verein arbeitete er für Magazine (z.B. eine Reportage über den noch vollständig möblierten Palast der Republik für das Zeitmagazin), in der Werbung und im Musikbereich für Bands und Produzenten. Die Inszenierung von Menschen und Objekten, seine Neugier und seine Lust am Experiment waren dabei immer gepaart mit dem Bedürfnis nach ästhetischer Reduktion. Bei den Innenarchitekturen von Kinosälen führt Klapsch diesen Minimalismus fort. Besonderes Gewicht legt er auf die grafischen Flächen und Raster, die er symmetrisch und mit einem scharfen Auge für das Formenvokabular der großen Kino-Ära monumentalisiert und ihnen zugleich Modellcharakter verleiht. Dieses Spiel mit Dimensionen und Verfremdung treibt er auch in seinen digitalen Montagen. Eine Frau mit einem alten Koffer wartet auf die Bahn, die vor einem formatfüllenden Plattenbau hält. Frau, Bahn und Architektur scheinen aus verschiedenen Welten zufällig in diesem Bild zusammen gekommen zu sein. Die Banalität der Szene wird durch ihre unübersehbare Künstlichkeit gebrochen. Inszeniert für den Augenblick der Aufnahme lebt die Situation nur noch in der Fotografie fort, denn sogar der Plattenbau ist längst dorthin zurückgekehrt, wo er hergekommen ist, in die Datenbank des Computers. Dr. Boris von Brauchitsch