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SIMULATION ODER NATUR?
„Meine Fotografie ist architektural, grafisch, sachlich, aufgeräumt, trotzdem von hoher Emotionalität“ – so beschreibt der belgische Fotograf René Clohse (*1958) sein Credo. Und tatsächlich, seine im Jahr 2000 entstandene „Namibia“-Serie, am Ende der Regenzeit aufgenommenen Wüstenbilder, faszinieren durch ihre Einfachheit. Fotografie heißt ja wörtlich „Lichtbild“, und das sind die fast theatralisch inszeniert anmutenden Bilder, fotografiert mit einer Mittelformatkamera auf Negativ, auch tatsächlich: grafisch und lichterfüllt! Und ein weiteres Charakteristikum packt einen sofort beim Betrachten dieser Bilder: das Theatralische. Manche von Clohses Motiven wirken wie Bühnenbilder, in denen man sich mit wenig Fantasie eine zeitgenössische Ballettchoreographie, ein Stück von Anton Tschechow, eine moderne Oper oder einen Spielfilm vorstellen könnte. Selten hat man Fotografien gesehen, die ganz ohne Manipulation nach der Natur geschaffen wurden und doch so faszinierend inszeniert wirken.