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HOLGER JACOBS

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EINFÜHRUNG

Orte mit extremer Aura, wie etwa die Normandie als archaischer Inbegriff des Landlebens oder New York als die Verkörperung des Urbanen, haben es leicht, Kult zu werden. Um sich ihren Reizen zu widersetzen, bedarf es schon einer gehörigen Portion Exaltiertheit oder einer ausgewachsenen Neurose. Dem, was allgemein beliebt ist – und damit auch gern fotografiert wird –, eine eigene Note abzugewinnen, ist immer eine besondere Herausforderung. Wie kann man dem Eifelturm, dem Empire State Building oder den malerischen Gehöften in karger nordfranzösischer Landschaft noch etwas Überraschendes abgewinnen? Der Fotograf Holger Jacobs führt es uns vor Augen. Er geht bei seiner Visualisierung von „Allgemeinplätzen“ sogar so weit, die Porträts von Persönlichkeiten, die längst tausendfach auf Geldscheinen durch unsere Hände gelaufen sind, erneut abzulichten, oder Fotos vermisster Kinder aus Zeitschriften zu einer Serie zu verdichten.Dabei setzt er weder auf ungewohnte Perspektiven noch auf extreme Beleuchtung: das Farbspiel hat es ihm vielmehr angetan. Mit einem computergestützten Impressionismus löst er die Linien zu Flächen auf, macht aus der Fotografie (dem Zeichnen mit Licht) ein Lichtmalen und destilliert so die gesättigte Ästhetik eines überwiegend warmen Kolorits. Einst entdeckte er nach einem Jurastudium die Fotografie als schwelgerischen Gegenentwurf zur Sprache der Paragraphen, zog nach Paris und wurde 1985 Assistent des Starfotografen Peter Lindbergh. Die geschmeidige Perfektion, mit der sein Lehrmeister Erotik zu erzeugen sucht, wandelt sich bei Holger Jacobs in eine Sinnlichkeit, die den Augen und der Erinnerung gleichermaßen schmeichelt. Über zwanzig Jahre ist er inzwischen auf dem Kunstmarkt in einer Weise präsent, an der man kaum vorbeisehen kann.   Dr. Boris von Brauchitsch