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„Mich fasziniert der unbedeutende, namenlose Ort, der für einen Moment eine Bedeutung erhält.“ Es gibt, betrachtet man die Welt aus dieser Perspektive, unendlich viele „Un-Orte“, welche ihre innere Schönheit nur demjenigen enthüllen, der das Auge und die alerte Aufmerksamkeit dafür besitzt. Die Schweizer Fotografin Anna Halm Schudel (*1945) fotografiert seit Jahren an einem Projekt, welches eigentlich weder einen Anfang noch ein Ende kennt. Sie hat sich aufgemacht auf ihre „Never-Ending-Journey“, eine Reise durch die das scheinbar Unscheinbare, das Flüchtige, das auf ihren Autofahrten Vorbeihuschende, welches sie mit ihrer Kamera einfängt. Ein Gebäude als Farbfleck, eine Baumgruppe als würdig die Landschaft markierende Wesen, eine Leitplanke am Strassenrand: Motive, deren Banalität durch Halm Schudels Auge zu reiner Emotion, zu bewegenden Landschaftsbildern per se werden, angesiedelt zwischen figurativer Malerei und klassischer Landschaftsfotografie. „Gerade in der Unschärfe entsteht paradoxerweise eine große Deutlichkeit, ereignen sich auch Metamorphosen, die von der Verwandtschaft der Natur- und Kulturdinge zeugen.“ Michael Pfister im Vorwort zum Buch „The Never-Ending Journey“