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Über Gartenkunst und Kunstdünger Natur und Kultur – Gegensätze seit Menschengedenken – miteinander zu versöhnen, ist ein Traum, der im Landschaftsgarten seine artifiziellste und zugleich liebenswerteste Ausprägung gefunden hat. Hier wird die Naturgewalt zivilisiert, das unbändige Wachstum durch Stil und Mode reglementiert. Diese harmlos erscheinenden Orte, in denen die Natur aller Bedrohlichkeit beraubt ist, sind auf ihre Art dennoch nichts anderes als Variationen über das alttestamentarische Thema „Macht euch die Erde untertan“. Bernd Lieven (*1961 in Mönchengladbach) hat diesem traditionsreichen Genre nachgespürt und es aus der Realität in die Fotografie und aus der Fotografie durch weitere Bearbeitung ins Malerische übertragen. Seinen atmosphärischen Laubengängen stellt er als weitere Spielart des Verhältnisses von Mensch und Natur den scheinbar elementaren Wildwuchs des Getreides gegenüber, der jedoch unmittelbar durch Spuren von Traktoren oder klar abgezirkelte Bepflanzungsgrenzen gebrochen wird. So entstehen sublime Studien über das Spannungsverhältnis von romantischer Sehnsucht und Ökonomie, verdichtet in Detailaufnahmen, die zugleich Bezüge zur Kunstgeschichte, zum Gedankengut barocker Gartenkultur oder zu Landschaftsstudien Courbets, herzustellen vermögen. Dr. Boris von Brauchitsch