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YANG YONG

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ÜBER DEN KÜNSTLER

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EINFÜHRUNG

„Frauen werden geboren, um Kunst zu sein“, so klingt der Ruf Yang Yongs von Shenzen aus zu uns herüber. Die schnell wachsende Metropole nahe Hongkong bietet alles in atemberaubender Künstlichkeit, was modern-mondänes Leben auszumachen scheint, aber dennoch oder gerade deshalb klaffen an allen Ecken Löcher lähmender Langeweile, in denen die Protagonistinnen aus den Bildergeschichten des chinesischen Fotografen hocken. Seine Modelle sind junge Frauen aus der Provinz, die nicht selten ihr Dasein durch Prostitution finanzieren, aber immer wieder auch Freunde des Fotografen, mit denen er die Impressionen der Einsamkeit in Hochglanz-Shots zu einer Art Fotoromanza fortspinnt. Dabei entstehen Serien wie Tagebuch einer grausamen Jugend (2001), die den typischen Alltag des „new urban life“ in Szene setzen. Sie vermitteln das Bild der Tristesse im Luxus und berichten vom Konflikt zwischen gesellschaftlich vorbestimmten Rollen und dem Vakuum westlich geprägter Großstadtkultur. Zunächst studierte Yang Yong (*1975 in Sichuan) Ölmalerei, bevor er sich auch als Fotokünstler international – unter anderem durch Ausstellungsteilnahmen im Hamburger Bahnhof in Berlin und auf der Biennale in Venedig – Aufmerksamkeit verschaffte. Seine Bewunderung, daraus macht er keinen Hehl, gilt den Frauen, denen er schon 1999 eine seiner ersten Soloausstellungen widmete: „Women Are Beautiful Always And Forever“. Bei allen gesellschaftspolitischen Andeutungen bleibt eines unübersehbar: Diese Bilder zielen auf die Schönheit, die noch ergreifender wirkt, wenn sie durch den Zustand der Trauer gesteigert ist. Yang stimmt eine universale Melodie der Einsamkeit und Schutzbedürftigkeit an, die wehmütig verklingt und immer und in allen Kulturen gleichermaßen wirkt.   Dr. Boris von Brauchitsch